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Jahresversammlung 2011 PDF Drucken E-Mail

Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative am 29.11.2011
"Salzachbrücke in Fridolfing gestoppt, trotzdem Wachsamkeit geboten"

Fridolfing.  Knapp zwei Jahre nach Gründung des Vereins „Vernunft statt Salzachbrücke“ trafen sich die Mitglieder kürzlich zur 2. ordentlichen Jahreshauptversammlung um satzungsgemäß einen neuen Vorstand zu wählen und über den Stand des Vorhabens zu informieren. 1. Vorstand Sepp Frech begrüßte die zahlreichen Mitglieder – der Verein zählt inzwischen 480 Mitglieder – und konnte erleichtert berichten, dass momentan der Bau der Salzachbrücke gestoppt sei. Insbesondere sei dies auch dem Umstand zu verdanken, dass das Land OÖ aus Kostengründen von diesem Projekt Abstand genommen habe, da die Kosten aufgrund der Ergebnisse der Bodenuntersuchungen für die Brücke ins Uferlose steigen würden. Daher habe auch der Landkreis Traunstein das Vorhaben gestoppt. „Der Umstand“, so Frech, „dass genau an der Stelle, wo ursprünglich die Pfeiler der Brücke geplant waren, eine Sohlrampe entstehen und darauf ein Fließwasserkraftwerk gebaut erden soll, erfordert auch weiterhin unsere Wachsamkeit, um auf keinen Fall zu übersehen, dass über die Hintertür vielleicht im Verbund mit dieser Maßnahme eventuell doch noch an dieser Stelle die Brücke gebaut werden könnte.“  Der Verein habe also auch in Zukunft noch Arbeit und seine Berechtigung.
v. links:  Stefan Kraller, Sepp Frech, Regina Armstorfer und Stefan Obermayer  Foto: Ulrich Kühn

v. links:  Stefan Kraller, Sepp Frech, Regina Armstorfer und Stefan Obermayer  Foto: Ulrich Kühn

Anschließend legte Kassenwart Stefan Obermayer seinen Kassenbericht vor. Die Rechnungsprüfer Hannes Obermayer und Stephan Obermayer bescheinigten dem Kassier korrekte Kassenführung und er wurde von den Anwesenden entlastet. Bei der anschließenden Wahl des Vorstandes und der Beisitzer wurde der alte Vorstand samt Beisitzer einstimmig wiedergewählt: 1. Vorstand, Sepp Frech, 2. Vorstand, Stefan Kraller, Kassenwart,  Stefan Obermayer, Schriftführerin, Regina Armstorfer, Beisitzer: Dr. Jakob Wagner, Dipl. Biologin Ilse Englmaier, Sofia Erler, Josef Schild, Hannes Obermayer. Rechnungsprüfer wurden wieder Stephan Obermayer und Hannes Obermayer. Sepp Frech bedankte sich im Namen des gesamten Vorstandes für das entgegengebrachte Vertrauen und bat um genauso engagierte Unterstützung, sollte es noch einmal nötig werden.
Im weiteren Verlauf des Abends berichtete Frech auch über Neuigkeiten der anderen möglichen Salzachbrückenstandorte bei Laufen. Dabei wies er darauf hin, dass in Triebenbach genau die gleiche Problemstellung vorliege, wie in Kelchham: instabile Seetonschichten und ein großes FFH-Gebiet. Durch ein Gutachten, das die Stadt Laufen in Auftrag gegeben hat, soll herausgefunden werden, ob nördlich oder direkt bei Laufen der bessere Standort für eine Brücke sich befände. Jakob Wagner sieht einen gravierenden Unterschied im Bereich Laufen, weil die Innenstadt von Laufen dringendst entlastet werden sollte.

Keine Klarheit besteht über die bereits entstandenen Planungskosten für die Salzachbrücke bei Fridolfing. Gemunkelt wird, dass der Steuerzahler drent und herent mehr als 800.000 Euro berappen müsse für ein Bauwerk, das nicht gebaut werden wird. Auf Vorschlag von Ilse Englmaier wird der Vorstand den Kreistag Traunstein befragen, wie viel Kosten für dieses Projekt seit 2000 entstanden sind und wie viel das Land OÖ, die Gemeinden Tittmoning und Fridolfing davon zu tragen haben.
Das Thema einer anschließenden Powerpoint-Präsentation von Ulrich Kühn lautete: „Verkehrsvermeidung durch nachhaltige Mobilität.“ Ein immer mehr an breiteren Straßen, Brücken und Tunneln und immer mehr Verkehr könne und dürfe nicht das Ziel einer zukünftigen Verkehrpolitik sein, zumal die Bevölkerung immer älter wird, der Anstieg der Einwohnerzahlen rapide abnimmt und es schließlich zu einer einschneidenden Bevölkerungsschrumpfung kommen wird. Außerdem müsse man sich vergegenwärtigen, dass 73 % des CO2 Ausstoßes in Deutschland allein durch den Verkehr auf der Straße entstünden. In Verantwortung für die nachfolgenden Generationen müssen neue Leitziele ins Bewusstsein der Bevölkerung und der Politiker gebracht werden: Möglichkeiten der Verkehrsvermeidung durch attraktive Gestaltung des Personennahverkehrs und umweltbewusstes Fahrverhalten, Frachtverlagerung auf die Schiene, bestandsorientierter Straßenausbau, leistungsabhängige LKW-Maut ab 3,5 t und zwar auf allen Straßen. Die Mautmehreinnahmen müssten überwiegend für den Ausbau der Schiene und für den ÖPNV verwendet werden und für den Erhalt der Straßen. Das „Weiter so“ müsse gründlich überdacht werden. Diese genannten Zielsetzungen würden von der Schweiz bereits seit dem Jahre 2001 mit großem Erfolg und für ganz Europa beispielhaft praktiziert, so Kühn.
 
Ilse Englmaier berichtete über den Stand und die Notwendigkeit der Sanierung der unteren Salzach. Sichtlich erfreut konnte Frech die Vorsitzenden von der Bürgerinitiative „Obinger Weg“, Frau Cornelia Leupold und vom Umweltverband Alztal und Umgebung (UVA), Gisa Pauli und Reinhold Schopf vom IGGW Trostberg begrüßen. Frau Pauli gab bekannt, dass der UVA erfolgreich eine Klage mit aufschiebender Wirkung gegen den Planfeststellungsbescheid des Baus des Aubergtunnels in Altenmakt beim Verwaltungsgericht eingereicht hat. „Im planerischen Vordergrund stehe neben der Ortsumfahrung ein „Masterplan“, der besagt, dass unsere einmalig schöne Region zur Transitregion für den Schwerverkehr ausgebaut werden solle mit allen negativen Folgen für Landschaft, Umwelt und Bevölkerung. Das habe Herr Steinmaßl als Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes Südostbayern mehrmals zum Ausdruck gebracht und könne auch im Internet nachgelesen werden“, meinte Pauli. Der UVA und die genannten BIs und auch der Verein „Vernunft statt Salzachbrücke“ unterstützen sich durch wechselseitige Mitgliedschaften und regen Informationsaustausch. Sie alle sind im überregionalen Netzwerk „Bürgerallianz Grenzenlos“ mit 21 Verbänden und Initiativen integriert, das Niederbayern, Südostbayern, Oberösterreich, Salzburg und das Salzkammergut umfasst. Zum Schluss bedankte sich Sepp Frech und bat um zahlreiches Erscheinen bei der  Großveranstaltung von „Bürgerallianz Grenzenlos“ im Postsaal in Trostberg am 11. März 2012 mit dem Thema: Mehr Lebensqualität durch weniger Verkehr.